Mittwoch, 13. Oktober 2010

Entwarnung Rattengift

Liebe Mitglieder,

nach nun sehr hektischen 3 Tagen, können wir davon ausgehen, dass auf den Rheinwiesen im Bonner Norden (also auch unserer Wiese) keine Giftköder durch den Bauern ausgelegt wurden und werden. Herr Vianden hat dies in einem Radio-Interview des Senders Bonn-Rhein-Sieg so geäußert.

Für alle die, die es nicht verfolgen konnten, am Sonntag wurde uns die Absichtserklärung, dass der Bauer Rattengift auslegen wolle bekannt. Wir haben sofort die Polizei verständigt, einen Newsletter an unsere Mitglieder rausgeschickt und auch das Forstamt per E-Mail informiert.

Am Montag wurde von uns das Ordnungsamt informiert, das Forstamt (Landesbetrieb Holz- und Wald) hat im Laufe des Vormittags eine Unterlassungsverfügung gegen den Landwirt ausgesprochen. Das Ordnungsamt der Stadt Bonn hat entsprechend gehandelt und die Polizei hat die Wiesen kontrolliert.

Von der Presse wurde der Fall aufgegriffen und Kontakt zu uns aufgenommen, erschienen sind Artikel im General-Anzeiger, dem Express und in der Lokalzeit Bonn/WDR wurde berichtet. Im Radio-Sender Bonn-Rhein-Sieg wurde über das Thema am Dienstag den ganzen Tag berichtet und diskutiert, auch dort haben wir ein Interview gegeben.

Hoffen wir nun, dass das Thema ein für alle mal erledigt ist.

Wie der Presse zu entnehmen war, wird es ab November einen neuen Pächter für die angrenzenden Wiesen geben. Sobald uns die Kontaktdaten vorliegen, werden wir ihn als neuen Nachbarn begrüßen und diese Nachbarschaft auch pflegen – mit ein wenig Rücksicht gegenseitig und offenen Worten/Absprachen sollte ein entspanntes Miteinander möglich sein.

Herzliche Grüße sendet wie immer

Der Vorstand

Dienstag, 12. Oktober 2010

Forstamt untersagt Einsatz von Gift auf Beueler Wiesen

Von Cem Akalin

Bonn. Die junge Frau mit dem hellbraunen Labrador machte sofort kehrt, als sie den Warnhinweis am Damm in Höhe der Werdstraße in Schwarzrheindorf erblickte. "Betreten verboten. Rattengift", steht da auf einem eingeschweißten Blatt, das auf einen Holzpfahl geschraubt ist.

Auf der Rheinwiese in Beuel müssen Hunde derzeit an die kurze Leine. Die Giftwarnung beunruhigt Hundehalter wie Geraldine Hocke mit Ayla, Susanne Glaeske mit Justy und Joachim Rathmann mit Susi (von links). Foto: Max Malsch

Wie am Montag berichtet, hat der Neunkirchen-Seelscheider Landwirt Marcus Vianden angekündigt, auf den Beueler Wiesen zwischen Hochwasserdamm und Rhein Giftköder auszulegen. Ob er seine Ankündigung bereits umgesetzt hat, das wollte er am Montag auf Anfrage nicht sagen.

Aufgrund der Arbeiten auf dem Deich würden die Ratten dort vertrieben und verbreiteten sich nun auf den Wiesen, die er vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW gepachtet hat. Wie er der Polizei am Sonntag allerdings mitgeteilt hatte, würden freilaufende Hunde seine Wiesen beschädigen.

Vianden hat das 65 000 Quadratmeter große Areal zwischen Nordbrücke und Vilicher Bach dem Verein Hundefreilauf unterverpachtet, ab 1. November sind sie sogar Hauptpächter. Und die Wiesen nördlich der Autobahnbrücke, die sich im Naturschutzgebiet befinden, hat der Landesbetrieb ebenfalls schon an einen anderen Landwirten verpachtet, wie Pressesprecher Christoph Grüner dem GA bestätigte.

Warum also noch die Mühe? Er habe seine "Pachtverlängerungsoption rechtmäßig wahrgenommen" und werde gegen den Landesbetrieb klagen, kündigt Vianden an. "Dennoch ist das Land Eigentümer der Flächen", sagte Susanne Weck vom Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft. Außerdem gebe es keine Rattenplage. Auch das Tiefbauamt bestätigt: keine erhöhte Rattenpopulation, "nicht mal im Vilicher Bach", so Elke Palm vom Presseamt.

Das Regionalforstamt hat den geplanten Einsatz von Rattengift am Montag umgehend untersagt. "Der Landwirt erhielt eine Unterlassungsverfügung. Der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln ist auf Grünlandflächen im Naturschutzgebiet nach dem geltenden Landschaftsplan der Stadt Bonn verboten", so der Leiter des Regionalforstamtes, Uwe Schölmerich. "Bei allem Verständnis für die Probleme der Landwirte mit Hundehinterlassenschaften, aber der Einsatz von Rattengift stellt kein geeignetes Mittel zur Lösung des Problems dar."

"Es entspricht nicht der Tatsache, dass die ausgelegten Rattenköder die Hundehalter fernhalten sollen", beteuert Vianden. Er bleibt dabei: Nach dem Tierseuchenschutzgesetz sei er verpflichtet, gegen Ratten vorzugehen. "Das kann man mir nicht verbieten. Ich bin lediglich verpflichtet, es ordnungsgemäß anzuzeigen. Das habe ich getan."

Vor dem Einsatz des Giftes warnt auch das Amt für Umweltschutz: Es würde nicht nur den Fischbestand gefährden, das dortige Gebiet ist zudem sensibles Wasserschutzgebiet. Die Stadt warnt den Landwirt, sein Vorhaben umzusetzen.

Palm: "Brodifacoum ist ein Gift, das nur in geschlossenen Räumen eingesetzt und nur von Fachleuten angebracht werden darf." Fachfirmen würden Rattengift zudem in Futterrohren auslegen, um eine Berührung des Giftes durch Kinder, aber auch durch andere Tiere zu verhindern. Der Stadtordnungsdienst werde kontrollieren, ob der Landwirt sein Vorhaben umsetzt.

Artikel vom 12.10.2010
Quelle: www.general-anzeiger-bonn.de
http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&itemid=10490&detailid=797490

Montag, 11. Oktober 2010

Landwirt will Rattengiftköder am Rhein auslegen

Beuel. (dab/ca) Aufregung beim Bonner Verein Hundefreilauf, der die Wiesen südlich der Bonner Nordbrücke gepachtet hat: Ein Landwirt aus dem Rhein-Sieg-Kreis, der im Naturschutzgebiet nördlich der Autobahnbrücke die Mährechte hat, hat angekündigt, Rattengiftköder auszulegen - und zwar im gesamten Gebiet westlich des Beueler Rheindeichs.

Der Pächter hat ein entsprechendes Plakat an die Stadt Bonn, die Bezirksverwaltungsstelle Beuel, die Polizei und den GeneralAnzeiger geschickt. Darin heißt es: "Betreten verboten! Privatgelände! Aufgrund der aktuelle Rattenproblematik wurden Rattengiftköder mit dem Wirkstoff Brodifacoum ausgebracht." Für Vögel und Säugetiere, aber auch den Menschen ist Brodifacoum - eine künstlich hergestellte, hochgiftige chemische Verbindung - gesundheitsgefährdend. Es kann reizende Dämpfe freisetzen.

"Wir sind von den Absichten des Landwirts nicht informiert worden", sagte ein Vorstandsmitglied des Hundevereins, der ankündigte, die Sache rechtlich prüfen zu lassen.

Der Landwirt will mit seiner Aktion das Betreten der Flächen untersagen. Wie er der Polizei mitteilte, wolle er die Köder auslegen, weil sich viele Hundehalter nicht an die Grenzen der Wiesen hielten, auf denen es den Tieren erlaubt sei, frei herumzulaufen. Die Hunde richteten auf seinen Futterwiesen Schäden an. "Es ist richtig, dass nördlich der Brücke Anleinpflicht besteht", so die Vorstandssprecherin von Hundefreilauf Bonn. "Auf unseren Wiesen stehen Eimer für die Hinterlassenschaften der Hunde."

Der Landwirt kündigte gegenüber der Polizei-Leitstelle an, sich heute mit dem Ordnungsamt in Verbindung zu setzen, um das Auslegen der Köder zu besprechen.

Eine Sprecherin der Stadt Bonn teilte auf Anfrage mit, dass das Auslegen von Giftködern auf Privatgelände erlaubt sei. Es hänge allerdings von der Art des Giftes ab. Ob Brodifacoum darunter falle, werde geprüft.

Artikel vom 11.10.2010
Quelle: www.general-anzeiger-bonn.de
http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&itemid=10490&detailid=797053